Der Natya-Yoga
im Yoga-Kontext


von Andreas Mascha





"I have beat swift harmonies of rapture vast,
Danced in spontaneous measures of the soul
The great and easy dances of the gods."

         Sri Aurobindo, SAVITRI, Book XI  Canto I
 
 

Jeder Yoga ist seiner Natur nach ein Versuch, das Einssein mit dem Höchsten zu erreichen, das Einswerden mit dem Sein, mit dem Bewusstsein und der Seligkeit des Erhabenen.“ (Sri Aurobindo) Der Natya-Yoga wählt für diesen Versuch den Weg des Tanzes (von der Sanskrit-Wurzel nat = Tanz, sowie von natya oder nataka, was den Tanz auf das Drama und die performativen Künste insgesamt erweitert). Der Sakrale Tanz ist vor allem eine Form der Lobpreisung des Höchsten und der integralen Anbetung (bhakti-yoga) des Geliebten (Nataraja = ishta-devata) sowie die Aspiration des Leibes für das Göttliche - "the call from below" (Sri Aurobindo).

Im hinduistisch-religiösen Mythos hat Gott SHIVA den Menschen den Tanz geschenkt, damit sie Ihn tanzend verehren können. Dieses göttliche Geschenk ist der Legende nach ca. 200 n. Chr. von dem Brahmanen und Heiligen (
muni) Bharata als göttliche Offenbarung (von Gott Brahma) empfangen worden und er hat es im „Natya Shastra“, dem dramatischen Lehrbuch der Tanzlehre, niedergelegt. Im Gegensatz zum klassischen indischen Tanz wie z. B. im Bharatanatyam geht es im Natya-Yoga aber weniger um die genau kodifizierten Formen der klassischen Tanzbewegungen (karanas) und symbolischen Handbewegungen (mudras), als vielmehr um die yogische Grundhaltung und das im Wesen nicht formgebundene Tanzgebet. Zum Bezug und zur Einbettung des Natya-Yoga in die „Yoga-Tradition“ (Georg Feuerstein) im allgemeinen und in den Integral-Yoga Sri Aurobindos im besondern, siehe unten die Grafik mit Legende „Der Natya-Yoga im Yoga-Kontext“.

Als wesenhaft formfreies Tanz-Ritual ist der Natya-Yoga jedoch universell und nicht nur auf hinduistische Tradition beschränkt. Der ishta-devata, die erwählte Gottheit bzw. „der Name und die Gestalt der Gottheit, welche die Natur und Persönlichkeit des Verehrers bevorzugt“ (Sri Aurobindo) kann z. B. auch durchaus christlich geprägt sein (vgl.: Zur christlichen Theologie des Tanzes). Dann könnte man den Natya-Yoga auch als Kontemplatives Tanzgebet übersetzen (vgl. die Lecture & Performance „Dance as interreligious Prayer“ von Pater Dr. Saju George SJ).
Ziel der
Natya-Yoga-sadhana, d.h. der Praxis in einem konkreten Hier und Jetzt, ist immer die Einung mit dem Absoluten (purushottama-yoga), wobei der sakrale Tanz hierzu als Vehikel (Sanskrit: yana) dient . Hierzu schreibt Sri Aurobindo in der Synthese des Yoga: "Dennoch ist das, was Wahnsinn zu sein scheint, Weisheit im Wirken, die das Mental nur durch die Freiheit und den Reichtum ihrer Inhalte und durch die unendliche Kompliziertheit bei fundamentaler Einfachheit ihrer Abläufe verwirrt. Aber das ist die eigentliche Methode des Herrn der Welten, und keine intellektuelle Erklärung kann ihre Tiefe ausloten. Auch das ist ein Tanz, ein Wirbel mächtiger Energien. Der Meister dieses Tanzes hält die Energien fest in der Hand und bewahrt sie so in der rhythmischen Ordnung in den von ihm selbst vorgezeichneten harmonischen Kreisen seines rasa-lila, seines Spiels unendlicher Liebe."

Der yogische Tanz ist, neben den vitalen und mentalen Transformationsaspekten, auch ein intensiver physischer Läuterungsprozess. Beim Natya-Yoga handelt es sich primär um eine tantrische Yoga-Praxis (natyayana), die neben dem nötigen Wissen (vidya) nur im Kontext der Lebens-sadhana des Integral-Yoga zur vollen Entfaltung kommen kann. Denn die SHAKTI ist der Ursprung dieser Yoga-Bewegung und die Selbstorganisationskraft des spirituellen Tanzes. Sie ist es, die den sadhak in der Tanz-sadhana bewegt und tanzt. Auf längere Sicht ist der Natya-Yoga auch eine wirkungsvolle Methode zur Arbeit an der Leibesplastik und zur Ausgestaltung eines integralen Leibes. Erinnern wir uns an den richtungsweisenden Ausruf von Mira Alfassa, Der Mutter, die selbst über viele Jahre am Yoga der Zellen gearbeitet hat, vom 31.5.1969: "Das Heil ist physisch!"

Das höchste Ideal ist das integral geläuterte und transformierte Wesen, das sich selbst als die Neue Materie schaut und wahrt – das Wahrheitswesen (HARA-GAURI ).

"In den Künsten soll der Yogin nicht nur sein ästhetisches Empfinden, sein Mental und Vital befriedigen. Vielmehr soll er das Göttliche Wesen überall schauen und es dadurch verehren, dass er die Bedeutung der göttlichen Werke offenbart und jenen Einen zum Ausdruck bringt, der Gott ist in und über den Göttern, Menschen, Kreaturen und Dingen." (Sri Aurobindo, Die Synthese des Yoga).

Der Flux-Tanz ist die integral-künstlerische Ausdrucksform des Natya-Yogin als kreative Objektivierung des inneren Erlebens und zur Aufhellung des Menschen hinsichtlich seines wahren Selbst bzw. geistigen ICH. Der Tanz des Natya-Yogin ist jedoch vor allem eine Mantik, d.h. der Ausdruck einer Schauung (mántis, griech.: der Seher; Sanskrit: rishi) über den instrumentellen Leib (griech.: soma). Daher kann man das Wesen des authentischen Natya-Yoga-Ereignisses auch als Somantik bezeichnen, d.h. ein Wahrheitsausdruck durch kinetische Poesie und tänzerisch körpersprachliche Ästhetik.
Aus einer integral-naturwissenschaftlichen Perspektive kann die Natya-Yoga-sadhana als ein ForschungsTanz (SciDance), als NooSomatische Phänomenologie (NSP) und eine integrale Heuristik für den bewussten Kontakt zur Urkraft (superforce) definiert werden.

Schließlich sei in diesem Zusammenhang noch auf die äußerst wertvolle Arbeit von Ananda K. Coomaraswamy zur grundlgenden Philosophie des Natya-Yoga in seinem brillanten Essay The Dance of Shiva  hingewiesen.
 



"Each act was a perfection and a joy.
Abandoned to her rapid fancy's moods
And the rich coloured riot of her mind,
Initiate of divine and mighty dreams,
Magician builder of unnumbered forms
Exploring the measures of the rhythms of God,
At will she wove her wizard wonder-dance,
A Dionysian goddess of delight,
A Bacchant of creative ecstasy."

      The Glory of Life  -   Sri Aurobindo, SAVITRI, Book II  Canto III



Legende zur Grafik „Der Natya-Yoga im Yoga-Kontext“:

1) Natya-Yoga ist der Yoga (Sanskrit für „Einung“) des Tanzes (Sanskrit: natya) bzw. die Einungspraxis (sadhana) durch Tanz (neben dem Sanskrit-Begriff nata betont der Begriff natya im besonderen noch den performativen Aspekt; beide Begriffe gehen auf die Sanskrit-Wurzel nrit = „tanzen“ zurück.


2) Beim Begriff der „Yoga-Tradition“ folge ich dem deutsch-amerikanischen Indologen und Yoga-Forscher Georg Feuerstein (1947-2012) speziell in seinem Opus Magnum: Die Yoga Tradition – Geschichte, Literatur, Philosophie & Praxis, Yoga Verlag, Wiggensbach 2008

3) Sri Aurobindos Integraler Yoga (Integral-Yoga) nimmt durch seine umfassende Yoga-Synthese eine Sonderstellung ein. Vgl. auch G. Feuerstein: Die Yoga Tradition, Kapitel 2 IX, sowie: Sri Aurobindo (1872-1950): Die Synthese des Yoga und Das Göttliche Leben (Hinder + Deelmann Verlag, Gladenbach); vgl. auch www.integral-yoga.de

4) Nataraja (Sanskrit für „König des Tanzes“) ist die tanzende Erscheinungsform des Shiva (wörtlich: „Der Gütige“), des Höchsten Herrn (parameshvara). Für den Natya-Yogin bzw. die (ebenbürtige) Natya-Yogini ist Shiva Nataraja die „erwählte Gottheit“ (ishta devata) und das Ziel der Verehrungs- und Einungspraxis (yoga-sadhana). Zur Figur des Nataraja siehe z.B. den Essay The Dance of Shiva von Ananda K. Coomaraswami; oder auch Saskia Kersenboom: Dort, wo Shiva tanzt, in: Shiva Nataraja – Der kosmische Tänzer, Museum Rietberg, 2008.

5) Der Vaishnavismus oder Vishnuismus verehrt Vishnu als den höchsten Gott der hinduistischen Trinität von Brahma-Vishnu-Shiva (trimurti). Auch hier gibt es das Bild des tanzenden Gottes: Krishna, eine Inkarnation Vishnus, tanzt mit seiner Gefährtin Radha (sowie den Kuhhirtinnen, gopis) die rasa-lila (Sanskrit: „Ekstase-Spiel“). Vgl. hierzu auch das nordindische religiöse Tanztheater Ras lila, speziell auch im Manipuri-Tanzstil (aus dem nordostindischen Bundesstaat Manipur).
Im Hinblick auf den Körper (des sadhak und die physische Möglichkeit eines Natya-Yoga) schrieb Sri Aurobindo in seinem letzten Werk (1948) Die Offenbarung des Supramentalen im Kapitel „Der Göttliche Körper“: „Die Vaishnavas (ein Sekte, bekannt durch die ekstatischen Formen, in denen sich ihre Liebe zum Göttlichen ausdrückt) haben von einem spiritualisierten, bewussten Körper gesprochen, chinmaya deha; es hat bei ihnen schon die Konzeption eines strahlenden oder leuchtenden Körpers gegeben, der als der vedische jyotirmaya deha verstanden werden kann.“ (a.a.O. Sri Aurobindo Ashram, Pondicherry, 1969, S. 44)

6) Gerade der Kashmirische Shivaismus hat eine starke trantrische Tanztradition bewahrt, die z.B. noch heute von dem Tantriker Daniel Odier als Shiva-Tanz tandava gelehrt wird (vgl. www.tandava.de sowie auch: Natya Shastra IV 263,264). Ein weiterer interessanter Zugang ist das tanzyogische System „Dance of Shiva“ von Andrey Lappa (vgl. Lehr-DVD von Pranamaya, ISBN: 0-9763836-1-6).

7) Der Shaktismus richtet seine Verehrung an die weibliche Form des Göttlichen (shakti) – an die Große Mutter (mahashakti). Shiva und Shakti sind letztlich eine untrennbare Einheit (ardhanarishvara bzw. hara-gauri) so ist jeder wahre Shivaismus auch immer Shaktismus. Im weitesten Sinne könnte man sogar Sri Aurobindos Integral-Yoga dem Shaktismus zurechnen, da sein ganzer Yoga eigentlich auf Die Mutter (The Mother, Mira Alfassa / mahashakti) ausgerichtet ist. Sie ist die Gnade, die „goldene Brücke“ die dem Menschlichen näher und erreichbarer ist, als das ewig transzendente Göttliche. In seiner mantrischen Dichtung Savitri besingt Sri Aurobindo SIE: „She is the golden bridge, the wonderful fire.“(SAVITRI, Book II, Canto II)

8) Der Integral-Yoga Sri Aurobindos basiert auf dem „Yoga der Gita“, d.h. dem dreifaltigen Yoga (jnana-, bhakti- und karma-yoga) den der Göttliche Lehrer Sri Krishna seinem menschlichen Schüler (Arjuna) auf dem Kriegsschauplatz von Kurukshetra offenbart und der in der heiligsten Schrift Indiens, der Bhagavad Gita, niedergelegt ist. Neben Sri Aurobindos eigener Übersetzung der Bhagavad Gita aus dem Sanskrit ins Englische (Sri Aurobindo Ashram, Pondicherry 1954) sind es vor allem seine Essays über die Gita (Hinder + Deelmann, Gladenbach, 1977), die die Große Yoga-Synthese seines Integral-Yoga aus dem Geist der Gita vorbereiten.

9) „Für den Hatha-Yogin ist der Körper nicht nur eine Masse lebendiger Materie. Vielmehr ist er eine mystische Brücke zwischen geistigem und physischem Wesen.“ (Sri Aurobindo über den Hatha-Yoga im Kapitel II. 27 seiner Synthese des Yoga). Trotz der heutigen Gefahren einer Verflachung des Hatha-Yoga zur bloßen Gymnastikübung oder zum rein vitalen Wohlfühl-‚Yoga’ ist der Leib – gerade für den Natya-Yogin – von großer Bedeutung für seine Sadhana. Georg Feuerstein spricht speziell im 18. Kapitel seiner Yoga-Tradition vom Hatha-Yoga in höchsten Tönen, von der „Erleuchtung des Leibes“: „Die Silbe ha im Wort hatha steht für die solare, die Silbe tha für die lunare Kraft im Körper.(…) Die Lebensenergie (prana) findet sich entlang der Wirbelsäule polarisiert zwischen dem dynamischen Pol (Shakti), der an der Basis, und dem statischen Pol (Shiva) der am Scheitel des Kopfes liegt. Das Streben und Tun des hatha-yogin bezweckt die Vereinigung von Shakti und Shiva.“ (G. Feuerstein Die Yoga-Tradition, a.a.O., S. 600)

10) Es gibt mehrere Yogas die tiefe Berührungspunkte zum Natya-Yoga aufweisen, wie z.B. der Mudra-Yoga, der sakrale Handgesten praktiziert (vgl. z.B. Matthias Mala: Magische Hände, München 1997) oder der Nada-Yoga, der Yoga des Tönens (vgl. z.B. Cathrin Alisch: Nada Yoga im Reich der Klänge, Wilson 2005), oder der Mantra-Yoga, der mit Mantren arbeitet, oder eben auch der Sahaja-Yoga, für den auch G. Feuerstein eine hohe Wertschätzung hat und der wiederum in einer engen Verbindung zum Kundalini-Yoga steht. Das Wesentliche im Sahaja-Yoga ist der große Fokus auf Spontaneität. Der Sanskrit-Begriff sahaja bedeutet „zusammen (saha) geboren (ja)“, bzw. „natürlich“ oder „einfach“. Die Meister des Sahaja-Yoga lehnen irgendein vorgefertiges Programm zur Befreiung ab und setzen auf das Spontane und Schöpferische im konkreten Hier und Jetzt. Diesem Ansatz liegt die Idee der „Integralen Tanzimprovisation“ sehr nahe, denn auch der Natya-Yoga ist in seinem Wesen weniger ein Abspulen vordefinierter Bewegungsabläufe, als vielmehr ein lebendiges, situativ freies und daher auch immer kreativ improvisiertes Tanz-Ereignis (Happening).

11) Das Natya Shastra ist die Schrift bzw. Lehre (Sanskrit: sastra) von den performativen Künsten und wird auf ca. 200 n. Chr. datiert. Als Verfasser gilt der indische Seher (rishi) bzw. Heilige (muni) Bharata. Bereits im ersten Vers (von insgesamt ca. 5.600) verweist Bharata auf den göttlichen Ursprung des Natya Shastra und benennt Gott Brahma als dessen Autor und Schöpfer. So schreibt er: „Ich beuge mich vor Brahma und Shiva und werde den Kanon des Dramas (der performativen Künste / Natya Shastra) darlegen, wie sie von Brahma geoffenbart wurden.“ (=> Kapitel 1.1 in der englischen Übersetzung von Dr. Manomohna Ghosh von 1951). Bharata bezeichnet diese Offenbarungschrift auch als das „fünfte Buch der Veden“ bzw. den „Natya-Veda. Das Natya Shastra ist das indische theaterwissenschaftliche Grundlagenwerk, dessen Herzstück der performative und sakrale Tanz (natya) ist und dieser Natya-Veda ist aufgrund seines göttlichen Ursprungs eine – gerade in formaler Hinsicht – zentrale Quelle des Natya-Yoga.

12) Jnana-Yoga: Der „Yoga des Integralen Wissens”, wie Sri Aurobindo den Jnana-Yoga im Teil II seiner Synthese des Yoga nennt, ist einer der drei großen Aspekte des „Yogas der Gita“ (vgl. Fußnote 8), den Sri Aurobindo zu seinem Integral-Yoga weiterentwickelt hat. Bezogen auf den Tanz entspricht der jnana-yogische Zugang primär dem Forschung-Tanz – bzw. dem SciDance.

13) Bhakti-Yoga: Der „Yoga der Göttlichen Liebe“ (Teil III in Sri Aurobindos Synthese des Yoga) wählt den Weg der Liebe und Hingabe an das Göttliche. Im Hinblick auf den Bhakti-Natya-Yoga steht hier der FlowDance als holotrope Tanz-Praxis im Fokus: Tanz als Gebet und intimer Liebesakt.

14) Karma-Yoga: Dem „Yoga des Göttlichen Wirkens“ (Teil I der Synthese des Yoga) bzw. dem Karma-Yogin kommt in Sri Aurobindos Yoga eine besondere Bedeutung zu; das rechte Handeln in der Welt als integral-yogische Herausforderung und als natya-yogische Aufgabe: Im Tanz-Kunstwerk und in der tänzerischen Performance bzw. Aktionskunst des Flux-Tanz steht hier nun der Aspekt des Handelns, der Tat, des Wirkens und der Werke im Vordergrund. Dieser schöpferisch-kreative Aspekt des Tanzes hat etwas stark Poetisches (vgl. Zur Poetologie des hypermodernen Freien Ausdruckstanzes) und kreiert eine Neue Bewegung. So schrieb die Tanzvisionärin und „Mutter des modernen Ausdruckstanzes“ Isadora Duncan (1877-1927) in The Art of Dance (1928): „Der Tanz der Zukunft wird eine neue Bewegung sein, die sich aus der gesamten Evolution der Menschheit ergibt.“

15) Yoga der Selbst-Vollendung (Yoga of Self-Perfection). Im IV. Teil seiner Yoga-Synthese vollendet Sri Aurobindo nun seinen Integral-Yoga und die dritte Transformationsphase, der Supramentale Yoga, wird fortschreitend verwirklicht. „Der siddha, die vollkommen gewordene Seele, lebt in diesem brahman-Bewusstsein in Einheit mit dem purushottama (dem Absoluten)… Das wird die höchst erreichbare Selbst-Vervollkommnung sein.“ (Sri Aurobindo: Die Synthese des Yoga, Gladenbach 1991, S. 706). Dabei spielt die „Göttliche Shakti“ (Synthese IV.16) die entscheidende Rolle – sowohl in Ihrem aufsteigenden Aspekt als Kundalini-Shakti als auch im herabkommenden als Supramentale Shakti (mahashakti). Dieses Ereignis ist tatsächlich ein Großer TANZ, ein „Great Dance“ (Giuseppe Del Re) bzw. Natya-Samadhi (Tanz-Ekstase) und wird am schönsten, elegantesten und eindrucksvollsten in Shiva Nataraja’s kosmischem TANZ symbolisiert, mit dem sich der Natya-Yogin in seiner Natya-Yoga-Sadhana immer wieder und immer umfassender zu einen sucht. (Vgl. hier zu Ananda Coomarswamy’s Essay: The Dance of Shiva sowie Andreas Mascha: FlowDance und Nietzsches „Große Vernunft“ des Leibes).



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